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Das Berber Pferd

Vermutlich geht der Berber auf einen Gebirgspferdeschlag im Norden Afrikas zurück. Der ursprüngliche Berber besitzt einen recht langen Ramskopf, einen ausgeprägten Widerrist, eine deutlich abfallende Kruppe und unterscheidet sich im äußeren Erscheinungsbild meist recht deutlich vom Araber. Dennoch wurde auch der Berber vom Araber beeinflusst, manche Exemplare erinnern daher doch stark an das arabische Erbe. Der Berber selbst beeinflusste in hohem Maße die Zucht vieler heute so genannter Barockpferderassen. Andalusier, Altér Real, Kladruber, Knabstruper, Lippizaner und der heute fast verschwundene Fredericksborger lassen ihr Berberblut deutlich erkennen. Zudem führen fast alle südamerikanischen Rassen und Westernpferderassen Berberblut in sich.

Der Berber verfügt über elastische, leichte Gänge mit sparsamem Raumgriff. Die Erhabenheit seiner Gänge prädestinieren den Berber für die hohe Schule. Jedoch gibt es auch äußerst sprungbegabte Linien, durch seine Ausdauer eignet er sich auch sehr gut als Distanzpferd. Weiterhin zeichnet sich der Berber durch seine Härte, seine Nervenstärke und sein sehr menschenbezogenes Wesen aus. Bis weit über das Mittelalter hinaus noch galten Berberpferde schlichtweg als Araber. Als wohl eines der berühmtesten Missverständnisse der Zeitgeschichte gilt „Godolphin Arabian“. Auf wirren Umwegen gelangte der Hengst nach Großbritannien, wo er in die Ställe des Sir Godolphin gelangte.

Ursprünglich war der Hengst ein Geschenk des marokkanischen Sultans an den französischen König. Godolphin Arabian wurde zu einem der drei Stammhengste der englischen Vollblutzucht. Erst spätere Forschungen ergaben, dass es sich bei dem Hengst um einen Berber gehandelt haben soll. Somit wurde in der neueren Geschichte aus dem Hengst "Godolphin Barb".

Weitere Daten zum Berber Pferd

Ursprung:                     Algerien, Marokko, Tunesien
Hauptzuchtgebiet:         Nordafrika, Frankreich, Deutschland
Verbreitung:                  Nordafrika, Europa
Stockmaß:                   145-157 cm
Farben:                        Überwiegend Schimmel, aber auch Füchse, seltener Braune und Rappen
Haupteinsatzgebiet:       Reitpferd, Dressur, Distanzsport, Zucht, Geländereitpferd

 
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